Wie alles begann

Unsere Familie ist erst im Jahre 2004 auf den Hund gekommen. Die Kinder wollten ja schon immer einen, dem Mann war’s egal aber ich war striktweg dagegen: Hunde stinken, machen Dreck und am Schlimmsten: sie müssen regelmäßig raus. Und das bei jedem Wetter! Und an wem würde das alles hängen bleiben? Genau: Die Mutter wird’s schon machen! Nee, nee, mit mir nicht!
Aber wie das halt oft so ist mit (guten) Vorsätzen, irgendwann werden sie alle über Bord geworfen. Und so war das dann auch bei uns nicht anders. Im Jahre 2004 also änderten sich meine Lebensumstände drastisch und so stand zu Jahresbeginn fest: Wir wollen einen Hund. Die Kinder erfuhren von diesem Entschluss vorerst nichts, denn sie sollten an der Auswahl der Rasse nicht wirklich beteiligt sein. Weil: ”Und an wem würde das alles hängen bleiben…?” Richtig! So ging es also zum Hugendubel (wer den nicht kennt: das ist eine riesige Buchhandlung, in der man in schicken Sitzecken bei einer Tasse Kaffee alle Bücher vor Ort lesen darf) und nachdem mein Mann und ich sämtliche Hunderassenbücher befragt und ausgiebig hin und her überlegt hatten, wussten wir: “Wir wollen einen Pyrenäenhütehund”. Und auf einmal stellte ich erstaunt fest: “Ist das nicht so ein Hund, wie Jakobis einen haben?” (Sabine und Volker Jakobi sind superliebe Freunde von uns). Auf diese Frage hin machte mein Mann sofort einen Rückzieher und meinte, dass er dann so einen Hund nicht wolle, weil das “nachgemacht” sei. Jakobis aber waren sofort Feuer und Flamme für die Anschaffung eines Bergers des Pyrénées für uns und so war die Entscheidung gefallen: Ein Berger sollte es sein. Und um den Bedenken meines Mannes Rechnung zu tragen, entschieden wir uns für einen “Face Rase”, denn Jakobis hatten einen “Museau normal”. Mir gefiel der “Face Rase” sowieso besser und: “an wem würde das alles hängen bleiben…?”. Genau! Wir informierten also freudestrahlend die Kinder, doch statt der erwarteten Beifallsbekundungen und Jubelrufe gab es Schelte: So einen Hund wollten sie nicht. Jeden anderen, nur den nicht! Ein Retriever sollte es sein, ein Border Collie, ein Boxer, ein Berner Senn, ein Setter… völlig egal… Hauptsache keinen Pyrenäenhütehund! Jetzt hatten wir wieder einmal ein Problem:
Die Kinder mußten besänftigt und überzeugt werden. Das war nicht einfach, gelang aber schließlich doch und so ging es bald auf die Suche nach einem entsprechenden Züchter, was zu dieser Zeit nicht einfach war, weil es kaum ”Face Rase” – Züchter gab. Wir landeten in der Zuchtstätte “de la petite vagabonde” von Petra Reimann in Melle (Niedersachsen), fanden uns gegenseitig sympathisch und Petra akzeptierte uns als ernsthafte Interessenten für eine Hündin. Eifrig machten wir uns zu Hause an die Vorbereitungen, denn unser potentielles neues Familienmitglied sollte schon in wenigen Wochen geboren werden.
Die ganze Familie war sehr aufgeregt als der Zeitpunkt der Geburt nahte. Als der Anruf von Petra kam waren wir sicher, wir würden in acht Wochen einen eigenen Hund haben. Doch zu früh gefreut, es kam, wie so oft im Leben, anders: fünf Rüden und… - keine einzige Hündin! Die Enttäuschung war riesengroß. Ein “Plan B” musste her. Nachgemacht – hin oder her: Wir alle wollten j e t z t einen Hund und nicht erst im nächsten Jahr beim nächsten Wurf.
Also doch ein “Museau normal”. So begaben wir uns auf die Suche und wurden auch bald fündig: In der Zuchtstätte “vom Äschensprung” von Dietmar Greuter in Wellendingen war zwei Tage vor unserem ersten Kontakt ein Wurf gefallen und es war noch genau eine Hündin frei. Wir waren überglücklich und verabredeten sogleich einen Besuchstermin. Zu viert fuhren wir erwartungsvoll in den Schwarzwald und schauten uns die Welpen an.
Die Kinder, die auch zu diesem Zeitpunkt noch immer jede andere Hunderasse lieber gehabt hätten, waren jetzt nur mit gutem Zureden davon abzuhalten, gleich alle fünf Welpen mitnehmen zu wollen. Aber immerhin, der innerfamiliäre Frieden war wieder hergestellt und so konnten wir uns erleichtert auf den Nachhauseweg machen. Einige Wochen und weitere Besuche in Wellendingen später zog dann am 23. Juni 2004 unsere “Blanche vom Äschensprung” bei uns ein.
(Fortsetzung unter “Die Zuchtstätte“)



